Düsseldorf und Ochsenhausen stehen Halbfinale

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DTTL untermauert Dominanz in Europa

Borussia Düsseldorf - Roskilde BTK 61 3:1
Das Auftakteinzel war gleich die Neuauflage des EM-Finales von Stuttgart zwischen Timo Boll und Michael Maze. Einen spektakuläreren Einstieg in dieses mit Spannung erwartete Viertelfinalrückspiel konnte man sich nun wirklich nicht vorstellen. Boll gewann die ersten beiden Sätze jeweils mit 13:11. Im dritten Durchgang hatte der Weltranglistenvierte dann alles im Griff und siegt 11:2 - 1:0 hieß es für die Borussia vor 800 Zuschauern im vollbesetzten ARAG CenterCourt, der aufgrund der fortdauernden Renovierungsarbeiten noch kein größeres Fassungsvermögen aufweist. Doch dann konnte Christian Süß trotz einer 2:0-Satzführung sein Match gegen Oh Sang Eun nicht über die Ziellinie bringen und unterlag - ohne zu enttäuschen - 11:7, 11:4, 9:11, 7:11, 9:11. Alles war wieder völlig offen.
In einem interessanten Match behauptete sich Seiya Kishikawa anschließend gegen Roskildes "Spielermanager" Allan Bentsen in fünf Durchgängen (8:11, 11:8, 10:12, 11:5, 11:6). Der Däne glänzte vor allem mit seiner außergewöhnlich guten Rückhand und zeigte, dass er noch nichts verlernt hat. Timo Boll konnte nun gegen Oh Sang Eun alles klarmachen, doch es war ein heißes Match gegen den großgewachsenen Südkoreaner zu erwarten, gegen den der Europe-TOP12-Sieger vor 14 Tagen in Roskilde noch verloren hatte. Der deutsche Ausnahmespieler präsentierte sich in guter Verfassung und konnte sich verdient revanchieren (11:8, 11:9, 12:10). Der Titelverteidiger hatte das Halbfinale erreicht und auf dem Weg dorthin einen richtigen Hochkaräter ausgeschaltet. In der Runde der letzten Vier trifft man auf die diesjährige Überraschungsmannschaft Sterilgarda Castelgoffredo - die Italiener schalteten keinen Geringeren als die Schlager-Truppe SVS Niederösterreich aus und sind als Gegner äußerst ernst zu nehmen.
Borussia-Manager Andreas Preuß: "Das war heute nichts für schwache Nerven. Alle sechs Spieler haben heute fantastisches Tischtennis gezeigt. Erst nach dem Triumph von "Kishi" habe ich daran geglaubt, dass wir es schaffen werden. Das war ein perfekter Auftakt im neuen ARAG CenterCourt, auch wenn er noch nicht ganz fertig ist und daher nicht mehr als 800 Zuschauer diesem tollen Spiel beiwohnen konnten." Timo Boll: "Schon mein Match gegen Maze war so knapp wie das gesamte Spiel. Ich denke aber, dass wir heute verdient gewonnen haben und zu Recht im Halbfinale stehen." Trainer Dirk Wagner: "Alle drei haben heute klasse gespielt. Auch Krille, der zwar sein Spiel verloren hat, hat eine hervorragende Leistung gezeigt und mit seinen zwei Satzgewinnen gegen die gegnerische Nummer eins genauso seinen Anteil am Erfolg wie Timo und "Kishi" hatte. Mit den Italienern hat sicher keiner vorher gerechnet. Aber wer gegen Niederösterreich 3:0 gewinnt, der hat eine starke Mannschaft und es auch verdient, weiterzukommen. Wir freuen uns auf das Duell gegen das `neue Gesicht´ unter den besten vier Mannschaften."
 
G.V. Hennebont T.T. - TTF LIEBHERR Ochsenhausen 3:1
Großer Erfolg für den letztjährigen Finalisten Ochsenhausen, der erneut den Einzug in die Beletage des europäische Tischtennissports geschafft hat - ab der Runde der letzten Vier sind die Hochkaräter gewöhnlich unter sich. Man findet sich verdientermaßen unter der Crème de la Crème des Kontinents, hatte man doch im aktuellen Wettbewerb der Königsklasse nur einen schwachen Auftritt, lieferte dafür jedoch einige gute, einige sehr gute und sogar einige denkwürdige Spiele ab, wie etwa das grandiose 3:2 im letzten Gruppenspiel beim SVS Niederösterreich oder das mitreißende 3:1 im Biberacher Hinspiel gegen Hennebont.
Das Polster aus der ersten Begegnung - ein 3:1-Sieg bei 10:6 Sätzen - sollte sich im Hexenkessel von Hennebont als äußerst wichtig erweisen. Zunächst erlebten die französischen Fans den Rückstand für die Oberschwaben durch Tiago Apolonias 1:3 gegen Ex-Olympiasieger Ryu Seung Min (6:11, 8:11, 11:8, 6:11). Der Gruppengegner von Borussia Düsseldorf hoffte wieder. Dann jedoch ein ganz, ganz wichtiger Punkt durch den kleinen Taiwanesen Chuang Chih-Yuan gegen Kalinikos Kreanga (13:11, 13:11, 11:8) zum 1:1-Ausgleich. Adrian Crisan konnte die Gunst des Augenblicks zwar nicht zu einem Sieg nutzen und unterlag dem Chinesen Xin Wang knapp (11:8, 14:16, 11:8, 10:12, 7:11). Doch die 6:6 Sätze nach diesem Match ließen sein Team vorzeitig jubeln, das nicht mehr einzuholen war. Die Messe war gelesen und Chuang durfte folglich sogar mit 0:3 gegen Ryu verlieren. Er tat es auch und keiner war traurig. Damit stehen die Oberschwaben zum zweiten Mal in Folge im Halbfinale der europäischen Königsklasse und sind bereits jetzt für den Wettbewerb der Saison 2010/11 qualifiziert.
Im Halbfinale hat man mit Rekord-Champions-League-Sieger Chaerleroi einen richtig fetten Brocken vor der Brust. Dort spielt der Ex-Düsseldorfer Dimitrij Ovtcharov eine extrem gute Runde, der bislang eine 10:1-Bilanz gegen die Spieler der europäischen Eliteteams verbuchen konnte. Aussichtslos ist es aber keineswegs für den oberschwäbischen Erfolgsklub, der wiederholt bewiesen hat, gerade unter Druck zu außergewöhnlichen Auftritten fähig zu sein.
TTF-Trainer Anders Johansson: "Wir haben die nötige Aggressivität gezeigt und sind - wenn man beide Spiele betrachtet - verdient ins Halbfinale eingezogen. Ich hoffe, dass wir die nötige Energie aufbringen, um auch in der Liga nochmals anzugreifen.“