Rückrundenauftakt in der DTTL

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Jülich schlägt Grenzau und Fulda Ochsenhausen jeweils mit  3:1


Das Schlusslicht lag rasch in Front: Macao-Rückkehrer Yang Zi hatte keine Mühe, Grenzaus Ersatzmann Mattis Burgis ganz glatt zu bezwingen (11:5, 11:3, 11:4) - der Gast spielt ohne Tomas Pavelka. Das zweite Spiel dann ein einziger Krimi: Ein starker Loic Bobillier knöpfte Lucjan Blaszczyk die ersten beiden Sätze ab (11:5, 13:11), der Pole kämpfte sich zurück (12:10, 11:8), um im fünften Durchgang mit 10:6 dicht vor dem Sieg zu stehen. Am Ende gewann der Grenzauer Routinier auch, aber mit 16:14.

Nun ruhten die Hoffnungen der Westerwälder auf Patrick Baum, aktuelle Nummer 31 des World Rankings. Der 22-jährige Rheinhesse schien nach einer 2:0-Satzführung gegen Marcos Freitas zwar einem ungefährdeten Sieg entgegen zu steuern, doch dann drehte der Linkshänder aus Portugal auf und dominierte im Schlusssatz sogar deutlich (11:4). Das war die Steilvorlage für „Händchenspieler“ Yang - der Doppelspezialist aus Singapur nutzte sie. Gegen Blaszczyk ließ der Asiate nur im ersten Satz Zweifel aufkommen, wer Herr im Ring war, doch dann dominierte er mehr und mehr und ließ die Herzogstädter zum dritten Mal in dieser Saison einen Sieg bejubeln.

Das Zugbrücken-Team hat mit dieser Niederlage erstmals keinen Play-Off-Platz mehr inne und musste Frickenhausen vorbeiziehen lassen. Im Heimspiel gegen Plüderhausen am kommenden Sonntag steht man nun unter Zugzwang. Jülich bleibt zwar auf Rang zehn, konnte aber nach Pluspunkten mit Hanau, Bremen und Plüderhausen gleichziehen - alle vier Teams konnten bislang jeweils drei Siege verbuchen. Am Freitag bereits steht für die "indeländer" die schwere Auswärtsaufgabe in Fulda an, das nicht bloß als die Mannschaft der Stunde, sondern als der Senkrechtstarter der bisherigen Saison gelten darf.

Als "wirklich bitter" klassifizierte Gästecoach Michele Comparato die Niederlage seiner Truppe, während Grenzaus Sportlicher Leiter Wieland Speer zu dem Urteil gelangte: "Die beiden Ergebnisse gegen Jülich und Hanau zeigen, wie ausgeglichen die Liga ist. Im nächsten Spiel am kommenden Sonntag gegen den SV Plüderhausen muss die Mannschaft zeigen, dass sie Kämpferqualitäten hat. Noch sind wir von den Play-Offs nur zwei Punkte entfernt und auch die anderen Teams können verlieren - wie man am Beispiel Ochsenhausen gegen Fulda-Maberzell sieht."

Von Trainer Comparato liegt uns inzwischen auch ein ausführliches Statement vor: „Tomas Pavelka hat aus privaten Gründen nicht gespielt, gegen Hanau mit der klaren Niederlage gegen Rossi hat man ja gemerkt, dass er keinen freien Kopf hat, deshalb bekam Mattis seine Chance. Wir haben die Aufstellung dann wie gewünscht getroffen. Da Patrick Baum beim Pro-Tour-Finale schon gut Doppel gespielt hat, bin ich davon ausgegangen, dass wir spätestens im Schlussdoppel den Sieg für uns perfekt machen können. Jedoch konnte Patti leider eine 2:0-Satzführung und eine 10:7-Führung im dritten Satz nicht nutzen. Nun stehen wir, was die Play-Offs angeht, schon etwas mit dem Rücken zur Wand und müssen dringend am Sonntag zu Hause gegen Plüderhausen punkten, um für die nächsten Spiele im ETTU-Cup und gegen Düsseldorf wieder Aufwind zu bekommen und in die Erfolgsspur zurückzukehren.“
Die Rückkehr in die Erfolgsspur bleibt den TTF LIEBHERR Ochsenhausen derzeit noch verwehrt. Nach der 1:3 Heimniederlage gegen Playoff-Konkurrent Fulda belegen die Oberschwaben mittlerweile nur noch Rang sechs.

DTTL-Senkrechtstarter Fulda-Maberzell gelang mit diesem Erfolg die Final-Four-Revanche. Die - erneut ohne den infolge einer Rückenverletzung pausierenden Jan-Ove Waldner – angetretene Hessen besiegten Ochsenhausen in der „Höhle des Löwen“ mit 3:1 und festigten ihren zweiten Tabellenrang eindrucksvoll. Für die maßlos enttäuschten Oberschwaben war es dagegen die vierte DTTL-Niederlage in Serie.

In Biberach sahen die Fans ein packendes Eröffnungseinzel zwischen Chuang Chih-Yuan und Robert Svensson. Nach zwei deutlich verlorenen Sätzen kämpfte sich der Schwede immer besser ins Match hinein und hatte am Ende - nach vier abgewehrten Matchbällen - ganz knapp die Nase vorn (5:11, 3:11, 11:5, 13:11, 12:10). "Abwehr-Bank" Wang Xi sorgte anschließend durch ein 3:1 gegen Tiago Aolonia (11:9, 5:11, 11:7, 11:7) für die komfortable Maberzeller Pausenführung. Es war zu diesem Zeitpunkt bereits klar, dass es sehr eng für Ochsenhausen werden würde, das ja eigentlich mit dieser Partie den Angriff auf die Play-Off-Ränge starten wollte. Allerdings gelang den Oberschwaben nach der Pause der Anschluss durch Adrian Crisan, der Fuldas Spielertrainer Qingyu Meng in vier Sätzen bezwang (11:6, 5:11, 11:8, 11:4). Wang konnte nun im Spitzeneinzel gegen Chuang alles klar machen für die Osthessen – schon in der Westfallenhalle hatte der drahtige Defensivkünstler aus dem Reich der Mitte den Taiwanesen sowie Apolonia geschlagen. Und Maberzells Shootingstar ließ sich nicht zweimal bitten, gab Chuang das Nachsehen (11:4, 11:8, 6:11, 11:6) und baute seine aktuelle DTTL-Bilanz damit auf stolze 14:3 aus.

Nach gut zwei Stunden reiner Spielzeit durften die Fuldaer Spieler, Funktionäre und Fans verdientermaßen jubeln. Mit eindrucksvollen 16:4 Punkten ist man ganz eindeutig Düsseldorf-Verfolger Nummer eins und liegt nach Pluspunkten bereits sechs Zähler vor den Konkurrenten aus Saarbrücken, Frickenhausen und Grenzau. Am Freitag gegen Jülich sollte es möglich sein, das Punktekonto weiter zu erhöhen.

Ochsenhausen bleibt Sechster und liegt nach Pluspunkten lediglich zwei Zähler hinter dem dichten Pulk der übrigen Play-Off-Anwärter - abgesehen von den enteilten Düsseldorfern und Fuldaern. Man benötigt nun eine kleinere oder auch größere Siegesserie, um oben nochmals anzugreifen. Am 31. Januar gegen Jülich sollte man damit beginnen. Allerdings hat man gegen den "Underdog" vom Niederrhein bereits das Hinspiel verloren und dürfte hinreichend gewarnt sein.

Rainer Ihle, als Mann klarer Worte bekannt, wollte nichts beschönigen: „Ich muss mich bei unseren Fans und Werbepartnern entschuldigen. Das war heute schlicht und einfach ungenügend. Das kann ich so nicht akzeptieren. Das wird zum Saisonende einen Schnitt geben.“ Der ehrgeizige TTF-Präsident möchte aber noch lange nicht alle Träume begraben: „Wir können immer noch den vierten Platz in der Bundesliga schaffen, müssen uns jetzt aber erst einmal auf die wichtigen Spiele gegen Hennebont im Viertelfinale der Champions League konzentrieren.“ Sein Gegenüber Stefan Frauenholz freute sich indes über den starken Auftritt seiner Truppe: „Das war natürlich der Knackpunkt der Partie, dass Svensson das Spiel gegen Chuang noch umgebogen hat.